Training an der Drehleiter

 

Im Mai soll das neue Drehleiterfahrzeug kommen. Um dessen Technik zu beherrschen, müssen die Feuerwehrleute aus der Gemeinde Nottuln noch kräftig üben.

Heinz Mentrup genießt es: Kaum ist er mit zwei jungen Feuerwehrmännern in den Korb der Drehleiter eingestiegen, bedient er diverse Knöpfe und Joysticks, und schon rauschen Korb und Besatzung in die Höhe. Mentrup kennt das, seinen Mitfahrern lähmt der sekundenschnelle Anstieg dann doch vorübergehend die Gesichtszüge. „Daran gewöhnt ihr euch“, beruhigt sie der Appelhülsener Brandinspektor. „Bevor wir bald unsere eigene Drehleiter haben, kennt ihr das.“

Denn für die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Nottuln geht im Mai ein langgehegter Traum in Erfüllung: Sie bekommen ihre eigene Drehleiter. „Ein Muss für die moderne Brandbekämpfung“, betont Wehrführer Johannes Greve. „Großbrände industrieller Anlagen, wie wir sie in der Vergangenheit mehrfach hatten, lassen sich am effektivsten aus der Höhe bekämpfen.“ Auch bei der Personenrettung aus hohen Gebäuden ist die Drehleiter mit ihrem Rettungskorb ein wichtiges Einsatzmittel.

Doch bevor die neue Drehleiter in Nottuln eingesetzt werden darf, stehen den Feuerwehrmännern aus Appelhülsen (hier wird die Leiter stationiert werden), Nottuln, Darup und Schapdetten harte Ausbildungsstunden ins Haus. „Mindestens acht Stunden Theorie und 24 Stunden Praxis sind nötig, danach folgt noch eine Prüfung“, erzählt Ausbildungsleiter Heinz Mentrup.

Den ersten Teil ihrer Drehleiter-Ausbildung absolvierte die Feuerwehr am Wochenende auf dem Gelände des Instituts der Feuerwehr (IdF) in Münster nahe des Waldfriedhofs Lauheide. Hier ragen Hausfronten dreistöckig in den Himmel. Ein Stück weiter steht ein kompletter Personenzug auf einem Bahnhof. Links ein Straßenbahnzug, ein alter Baukran, ein verunglückter Tankwagen, ein ausgehobener, mehrere Meter tiefer Kanalschacht, und überall verstreut befinden sich Autowracks. Doch was im ersten Moment wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene aussieht, ist detailliert geplant, um nahezu jedes mögliche Einsatzszenario üben zu können. Alle Feuerwehren in NRW nutzen dieses Trainingsgelände. „Hier einen Wochenendtermin zu bekommen, ist so schwierig wie eine Papstaudienz zu kriegen“, schmunzelt Clemens Lenfers, der mit Achim Glombitza, Johannes Greve, Bernd Daldrup, Dr. Jörg Potthast, Jonas Zumbusch, Christoph Langner und zahlreichen weiteren Kameraden das Übungswochenende der Nottulner Wehren beobachtet. Selbst Feuerwehrarzt Dr. Hans-Jürgen Schönhauser ist nach Münster gekommen und hält das Geschehen zur späteren Aufarbeitung auf Video fest.

Und damit die „Jungs“ auch alle etwas zu futtern bekommen, sind von der Altersabteilung des Appelhülsener Löschzuges Kameraden mit Kübeln voll feinster Gulaschsuppe angereist. Wie immer gekocht von „Drei-Sterne-Feuerwehr-Koch“ Helmut Weßels

 

Quelle: wn

Veröffentlicht unter Aktuell, Presse

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