Helfen wird immer komplizierter

Stellvertretender Kreisbrandmeister Karl Pollecker (vorne) ehrte Heinrich Thiemann (2. v. l.) für 50-jährige Mitgliedschaft. Mit dabei (v. l.) Gemeindebrandinspektor Bernd Daldrup, Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und dem stellvertretenden Wehrführer Johannes Greve.

Stellvertretender Kreisbrandmeister Karl Pollecker (vorne) ehrte Heinrich Thiemann (2. v. l.) für 50-jährige Mitgliedschaft. Mit dabei (v. l.) Gemeindebrandinspektor Bernd Daldrup, Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und dem stellvertretenden Wehrführer Johannes Greve. Foto: Dieter Klein

Nottuln-Sehr gut besucht war einmal mehr die Verbandsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nottuln. Die rund 100 Männer und Frauen hörten dabei nicht nur Angenehmes.
Von Dieter Klein

„Das Jahr ist kaum drei Wochen alt – und schon haben unsere Wehren bereits sechs Einsätze hinter sich“, erinnerte am Montagabend Gemeindebrandinspektor Bernd Daldrup auf der Jahrestagung des Feuerwehrverbandes Nottuln. Durch welch ein Dickicht von Gesetzen und Vorschriften sich die ehrenamtlichen Helfer bei jedem Einsatz winden müssen, das machte Daldrup im Laufe des Abends auf erschreckende Weise deutlich.

Doch erst einmal konnten die knapp 100 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen in der Mensa des Gymnasiums ihre Gäste begrüßen: Bürgermeister Peter Amadeus Schneider, den stellvertretenden Kreisbrandmeister Karl Pollecker sowie Feuerwehrarzt Dr. Hans-Jürgen Schönhauser.

Die Bestätigung des Protokolls der letzten Verbandsversammlung – vorgetragen von Schriftführer Rainer Niemann –, die Verlesung des Kassenberichts von Christoph Sunke mit anschließender Würdigung durch Kassenprüfer Achim Glombitza, der Bericht des Jugendbeauftragten Dr. Jörg Potthast und der Vortrag einer langen Liste von besuchten Lehrgängen durch den stellvertretenden Wehrführer Johannes Greve und die Entlastung des Vorstandes: alles Regularien, die von der Versammlung schnell und einstimmig abgehandelt wurden.

Bürgermeister Schneider versicherte den Löschzügen aus Nottuln, Appelhülsen, Darup und Schapdetten (mit 208 Mitgliedern, darunter 20 Jungfeuerwehrleuten und 54 Männern der Ehrenabteilungen) weiterhin die höchstmögliche Unterstützung durch die Gemeinde.

Im Jahresrückblick listete Bernd Daldrup 143 Einsätze auf – darunter 50 Brände und 78 technische Hilfeleistungen sowie Fehlalarme –, bei denen die Wehrleute insgesamt 2802 Stunden im Dienst zum Schutz der Bevölkerung waren. Doch mit wie vielen Hindernissen die Männer und Frauen dabei zu kämpfen haben, machte der Gemeindebrandinspektor drastisch transparent.

So dürfen zum Beispiel die Löschzüge auf den Fahrten zu Einsätzen unter „Sonderregelung“ – also mit Blaulicht und Martinshorn – auch schon mal Stoppschilder oder rote Ampeln außer Acht lassen. Passiert dann aber etwas, sind die Betroffenen längst nicht aus dem Schneider, sondern können in Einzelfällen durchaus rechtlich belangt werden. Da ist absolute Vorsicht oberste Pflicht. Besonders erschütternd: Kürzlich ist ein Feuerwehrmann, der auf dem Weg zum Gerätehaus war, um seine Kameraden bei einem Einsatz zu unterstützen, mit einem Einsatzwagen zusammengestoßen – er und der Fahrer des Einsatzfahrzeugs starben.

Schwer umzusetzen ist die Vorschrift, dass bei Alarm, ein Wagen nach spätestens acht Minuten mit mindestens neun Mann Besatzung raus muss. Was besonders bei der im ländlichen Raum nur dünnen Tagesverfügbarkeit (in Schapdetten etwa gibt es tagsüber keinen erreichbaren Mann) immer wieder zu Problemen führt. Daldrup: „Also lassen wir bei der Alarmierung ab einer bestimmten Gefahrenklasse („Menschenleben in Gefahr“) gleich sämtliche Löschzüge ausrücken.“ So kam es auch, dass in der vergangenen Woche bei dem tödlichen Unfall auf der B525 gleich ein halbes Dutzend Feuerwehrwagen unter Blaulicht parkten.

Dann folgten Ehrungen und Belobigungen: Für 50 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Darup erhielten Heinrich Schoppmann (fehlte) und Heinrich Thiemann Urkunden und Ehrennadeln. Außerdem verabschiedete Bürgermeister Schneider Hauptbrandmeister Linus Lödding (Darup) aus der aktiven Wehr.

Quelle:WN

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