Diese Hölle hat sich gelohnt

Gemeindebrandinspektor Bernd Daldrup zeigte sich am Ende der Drei-Tage-Hölle seiner Männer sichtlich zufrieden: „Die 7000 Euro, die uns das gekostet hat, haben sich unbedingt gelohnt.“

Training-in-der-Flammenhoelle-Diese-Hoelle-hat-sich-gelohnt_image_630_420f_wnVon Dieter Klein

Über Hölle und Höllenfeuer gibt es sicherlich genügend Legenden und Spekulationen. Diejenigen aber, die sich darin neuerdings bestens auskennen dürften, sind die Feuerwehrmänner der Löschzüge aus Nottuln, Appelhülsen, Darup und Schapdetten. Zumindest diejenigen Männer, denen ihre Gesundheitszertifikate den Einsatz unter Atemschutzgeräten erlauben. Denn ihnen stand die Hölle jetzt für drei Tage lang weit offen.

Genauer gesagt, handelte es sich dabei um einen Spezialcontainer, in dem mit brennendem Propangas eine gewaltige Flammenwalze erzeugt wird. Eine Flamme, die in der Spitze mit 840 Grad Celsius durch den Container blies und im Durchschnitt immer noch 650 Grad Gluthitze verbreitete.

Peter Kraft und Jürgen Tautz, die beiden Bochumer Feuerwehrprofis, erklärten jedem der rund 74 Nottulner Atemschutzgeräteträger genau, welche Vorsichtsmaßnahmen sie unbedingt einhalten müssen, wenn sie mit der Flammenhölle in Kontakt kommen. Realistisch sollten die Wehrmänner erfahren, welchen Risiken sie bei Bränden in Innenräumen begegnen können und wie sie damit umzugehen haben.

Und so machten sich die Feuerwehrmänner paarweise daran, in ihren schwer entflammbaren Schutzanzügen, Helmen und Stiefeln, unter Druckluftmasken in den Container zu kriechen. Immer dabei ein Druckwasserspritzrohr mit Löschwasserverbindung nach draußen zu den Kameraden. Mit einem Blick auf die Manometer ihrer Sauerstoffgeräte konnten sie zudem ihren Chefs, Uli Jenning und Johannes Grewe, jederzeit Meldung machen, wie viel Atemluft ihnen im Notfall noch bleiben würde.

Im Container war es anfangs schwarz wie die Nacht. Nur ein winziges Feuerchen am Ende des etwa sechs Meter langen Containers warf eine wenig bedrohliche Helligkeit in diese Dunkelheit. Dann – mit einem Mal – brauste die Feuerlanze hoch, weit über die Köpfe hinaus. Jetzt galt es, schnell zu reagieren: ducken, das Strahlrohr öffnen und „Wasser marsch“.

„Die Männer müssen lernen, zum einen mit der Gefahr im Inneren umzugehen, zum anderen mit möglichst wenig Wasser die Flammen zu löschen“, erklärte einer der beiden Feuerwehr-Profis das Übungsziel, und rieb dabei über eine schmerzende Brandblase auf dem Handrücken. „Denn so manch Betroffener weiß aus bitterer Erfahrung: Was die Flammen nicht schaffen, vernichtet das Löschwasser!“

Gemeindebrandinspektor Bernd Daldrup zeigte sich am Ende der Drei-Tage-Hölle seiner Männer sichtlich zufrieden: „Die 7000 Euro, die uns das gekostet hat, haben sich unbedingt gelohnt.“

Quelle: WN

Veröffentlicht unter Aktuell, Presse

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